Die Tremola ist mehr als eine Strasse – sie ist ein Mythos. Auf knapp 13 Kilometern schlängelt sich die alte Gotthard-Passstrasse mit 24 engen Serpentinen über historisches Kopfsteinpflaster von Airolo hinauf zur Passhöhe. Für Motorradfahrer aus ganz Europa ist die Tremola ein Pflichttermin: technisch anspruchsvoll, optisch spektakulär und voller Geschichte.
Warum die Tremola für Motorradfahrer einzigartig ist
Europas längstes Strassenbaudenkmal
Die im 19. Jahrhundert erbaute Strasse mit ihrem charakteristischen Kopfsteinpflaster ist das längste Strassenbaudenkmal der Schweiz. Wer hier fährt, rollt buchstäblich durch Alpengeschichte – vorbei an alten Stützmauern, Wegkreuzen und der dramatischen Kulisse des Val Tremola.
Anspruchsvolle Kehren auf Kopfsteinpflaster
24 enge Spitzkehren auf nassem oder trockenem Pflaster verlangen volle Konzentration. Wer kontrolliert und mit Gefühl Gas gibt, wird mit einem Fahrerlebnis belohnt, das man auf Asphalt schlicht nicht findet.
Die ideale Tour planen
Beste Reisezeit
Die Tremola ist je nach Schneelage ungefähr von Juni bis Oktober offen. Die schönsten Bedingungen finden Sie im Frühsommer und im Spätsommer – früh morgens ist die Strasse leerer und das Licht im Tal besonders weich.
Anfahrt von Norden und Süden
Von Norden über Andermatt und die Schöllenenschlucht – ein Klassiker für sich. Von Süden ab Airolo führt die Tremola direkt hinauf zur Passhöhe. Wer Zeit hat, kombiniert beide Richtungen und schliesst die Runde über den Furka- oder Nufenenpass.
Tankstellen und Pausen
Tanken Sie in Airolo oder Andermatt, bevor Sie aufsteigen. Auf der Passhöhe finden Sie Restaurants und das Nationale St. Gotthard Museum – ein perfekter Stopp für Kaffee und ein bisschen Geschichte.
Sicher unterwegs auf der Tremola
Pflaster lesen lernen
Bei Nässe wird das Kopfsteinpflaster anspruchsvoll. Defensive Linienwahl, weiche Gasannahme und sauberes Bremsen vor der Kehre sind wichtiger als jede Sekunde Rundenzeit.
Verkehr und Mitfahrende
In der Hochsaison ist die Tremola gut besucht: Oldtimer, Rennradfahrer, Wanderer, Reisebusse. Rechnen Sie mit Gegenverkehr in den Kehren und halten Sie genug Sicherheitsabstand zu Vordermännern in der Gruppe.
Ausrüstung
Alpine Wetterwechsel sind die Regel: Auf der Passhöhe (2'106 m) kann es selbst im Hochsommer empfindlich kühl werden. Membranjacke, warme Unterzieher und Regenhandschuhe gehören ins Gepäck.
Drei Touren-Ideen rund um die Tremola
1. Die klassische Vier-Pässe-Runde
Andermatt – Furka – Grimsel – Susten – Andermatt mit Abstecher über die Tremola: ein ganzer Tag voller Kehren, Gletscherblicke und alpiner Höhepunkte.
2. Tessin-Schleife ab Airolo
Über die Tremola hinauf, zurück über die neue Passstrasse, weiter durch die Leventina nach Faido und retour – ideal als Halbtagestour mit Pranzo im Tessin.
3. Drei-Pässe-Tag für Geniesser
Tremola – Nufenen – Furka. Drei sehr unterschiedliche Charaktere an einem Tag, mit Pausen am Lago di Lucendro und im Bedrettotal.
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